Graue Jäger auf

der Spur von

Ente und Fasan

     

Boeckelt.  An diesem Morgen zeigt der Niederrhein mal wieder sein typisches Gesicht: bewölkter Himmel und Nieselregen. Eine Gruppe von Jägern bewegt sich über die Felder jeseits der Landstraße zwischen Geldern und Kapellen. Und jeder Führt einen Hund an der Leine,die auf den ersten Blick alle gleich grau aussehen: einen Weimarner.

reportage

 

Die Idee zu dieser etwas anderen Gesellschaftsjagd kam von Dr. Eberhard Hellbig aus Marl, der seit sechs Jahren dieses Revier gepachtet hat. Ich selbst führe einen Weimaraner und die Jagd mit diesem Vorstehhund fasziniert mich. Da auch Jagdaufsehr Jürgen Rogahn aus Hartefeld diese Vierbeiner erfolgreich züchtet, war der Kontakt zum Weimaraner-Klub Deutschland nur noch Formsache.

Von Monika Kriegel

Gerhard Eiben, Schatzmeister des Klubs und aus Ostfriesland angereist,bringt die Vorliebe zu diesen Jagdhunden auf den Punkt: Die auch als Försterhunde bekannten Vorstehhunde zeichnen sich aus durch eine enge Bindung zum Herrn, vom Welpenalter an. Unsere Hunde sind familienbezogen. Ich halte sogar drei Hunde in meinem Haus. Allerdings weist er darauf hin, dass der Weimaraner durch die Jagd ausgelastet sein muss. Denn eins liegt ihnen im

Blut,die Jäger sprechen von  “ angewölft “ die Jagdleidenschaft. So bewegt sich die Schützengruppe mit ihren vierbeinigen Begleitern in Richtung einer Kull durch das Naturschutzgebiet. Was der Jäger noch erhofft. bestätigt sein Hund bereits “Vorstehen”.Gerade noch in der Bewegung hält “ Cira vom St, Huberter Bruch” -so die Eintragung in der Ahnentafel - plötzlich in der Bewegunginne und steht minuten lang wei erstarrt denVorderlauf leicht angewinkelt. die Nase vorgezogen.Für die Waidmänner ein sicheres Zeichen . Der Hundeführer gibt ein leises Kommando; erst jetzt kommt wieder Leben in den Vierbeiner. Er zieht weiter voran und schreckt einen Fasan auf, der niedergestreckt wird.Wen wundert`s dass bei der Mittagspause bereits eine stattliche Anzahl an Enten und Fasanen auf dem Wildwagen hängen.   

“ Für eine Ente lasse ich jedes Stück Rehwild auf dem Teller”, schwärmt ein Hundeführer. Mit Chauffeur und zwei Weimaranern gesellt sich ein Mainzer mit einem Gipsbein auf Krücken zu den 15 Jägern,um zu fachsimpeln. Denn so viele Weimaraner-Züchter aus ganz Deutschland in einer Jagdgesellschaft anzutreffen, das ist selten. Bei belegten Brötchen und Püfferchen diskutieren die Züchter, tauschen Erfahrungen aus, begutachten die Tiere. Denn, wie Gerhard Eiben schildert: Die Papiere mit den Prüfungen und Wesenstests sprechen für sich.Aber heute können wir einmal die Hunde in natura bei der Wasserarbeit oder der Suche erleben.

Erst kurz vor Ende der Mittagsrast geselt sich Jürgen Rogahn wieder hinzu.mit seinem Weimaraner und einem Fasan,den edie beiden in der Zwischenzeit erfolgreich nachgesucht hatten.Gleich darauf geben die Jagdhornbläser wieder das Zeichen zum Aufbruch. Weiter get´s. Beim späteren Schüsseltreiben - wie das Abendessen in Jagdkreisen heißt - gibt es noch einmal die Chance zum ausführlichrn Gespräch.

Auf  Krücken

 

 

Die Nase im Wind und heulend: einer aus der Rasse der Weimaraner während einer Jagdpause

RP-Fotos: Gerhrd Seybert

Mit Weimaranern auf die Jagd